12.3 Weniger Nahrungsmittel verschwenden 12.3 Weniger Nahrungsmittel verschwenden

12.3 Weniger Nahrungsmittel verschwenden
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Das Unterziel 12.3 zielt darauf ab, bis 2030 auf eine weltweite Halbierung der Lebensmittelabfälle pro Kopf im Handel und auf Konsumentenebene zu erreichen. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Lebensmittelabfälle entlang der Produktions- und Lieferkette, einschließlich Verlusten nach der Ernte, zu verringern.

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Wie Verbraucher*innen die Lebensmittelverschwendung reduzieren können, zeigt Zu gut für die Tonne! bereits seit 2012. Mit der in 2019 beschlossenen Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebens-mittelverschwendung rückt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft neben den Privathaushalten auch die Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Außer-Haus-Verpflegung stärker in den Fokus. Ziel ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland auf Handels- und Verbraucherebene zu halbieren und Lebensmittelabfälle entlang der Produktions- und Lieferkette zu verringern. Im Verein „United against waste“ haben sich Akteure aus der Lebensmittelbranche zusammengeschlossen, um die Vernetzung und Verbreitung von Lösungsansätzen im Außer-Haus-Konsum zu fördern. Für den Cateringbereich werden konkrete Hilfestellungen u.a. in einem Praxisleitfaden des UBA gegeben. Um den Austausch zwischen öffentlicher Hand und handelnder Praxisakteure und die Vernetzung untereinander zur weiteren erfolgreichen Umsetzung des Abfallvermeidungsprogramms zu fördern, veranstalteten das UBA und das BMU die AbfallvermeidungsDialoge 2014-2017, bei denen auch Lebensmittelabfälle ein Kernthema waren.

Auch die Wissenschaft forscht aktiv an Möglichkeiten für die Verringerung von Lebensmittelabfällen. Ein Beispiel ist das EU-Projekt REFRESH, an dem Deutschland als eines von vier Pilotländern teilnahm. Dabei wurden neue Ansätze zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen erprobt und anschließend entsprechende Politikempfehlungen abgeleitet. Im Februar 2019 hat das Bundeskabinett eine Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverluste und Erreichung des SDG 12.3 verabschiedet. Darin werden Ursachen der Lebensmittelverluste aufgezeigt und Handlungsfelder für deren Verringerung identifiziert.

Als internationaler Indikator zur Messung der Zielerreichung des SDG 12.3 ist der „Global food loss index“ vorgesehen, erarbeitet durch die Welternährungsorganisation (FAO) und ergänzt um einen „Food Waste Index“ zur Ermittlung des Abfallaufkommens am Ende der Lebensmittelversorgungskette. Zur Erfüllung der internationalen Ziele verpflichten sich die EU-Mitgliedsländer mittels der Abfallrahmenrichtlinie die Lebensmittelverluste zu vermeiden und deren Umfang zu überwachen. Die Europäische Kommission hat mit den Mitgliedern der EU-Plattform zu Lebensmittelverlusten und -abfällen eine Methodik zur Erfassung von Lebensmittelabfällen entwickelt. In einem delegierten Rechtsakt wurde 2019 schließlich die Rahmenlichtlinie um eine Methodik zur einheitlichen Messung des Umfangs von Lebensmittelabfällen ergänzt. Damit besteht für die Mitgliedsstaaten eine Verpflichtung zur Erfolgskontrolle. Auf dieser Basis soll ein Indikator Lebensmittelverluste und -abfälle in Deutschland in den Fortschrittsbericht der Nachhaltigkeitsstrategie 2020 aufzunehmen. Das Konzept zur Datenerhebung und konkreten Berechnung wird derzeit erarbeitet.

BMBF; Thünen-Institut; Universität Stuttgart; Max-Rubner-Institut; Verbraucherzentrale NRW e.V
REFOWAS Wege zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen

Das Projekt „REFOWAS - Wege zur Reduzierung von Lebensmittelabfällen" beschäftigt sich mit dem Thema der vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Deutschland. Ziel des Vorhabens ist es, den Agrar- und Ernährungssektor entlang seiner Wertschöpfungsketten hinsichtlich der Entstehung von Lebensmittelabfällen und insbesondere dem Anteil an vermeidbaren Abfällen zu analysieren sowie Strategien und Ansatzpunkte für Maßnahmen zur Abfallreduzierung zu identifizieren und praktisch zu erproben. Hierfür wird zum einen eine ganzheitliche, sektorale Analyse des Gesamtsystems durchgeführt, zum anderen werden verschiedene Teilbereiche in der Praxis anhand von Fallstudien (Obst/Gemüse, Backwaren, Schulverpflegung) detaillierter betrachtet. Basierend auf den Ergebnissen werden Möglichkeiten zur Schaffung eines neuen Bewusstseins für nachhaltiges Handeln in Bezug auf die Vermeidung von Lebensmittelabfällen identifiziert und bewertet. Unter Einbeziehung relevanter Akteure werden Handlungsstrategien und mögliche Maßnahmen zur Anreizbildung für die Vermeidung von Lebensmittelabfällen diskutiert.
Das Forschungsprojekt wird im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt. Es ist Teil des BMBF-Förderschwerpunkts Forschung für nachhaltige Entwicklung.

Unterziele
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BMEL
Aktionswoche Deutschland rettet Lebensmittel! und Zu gut für die Tonne! – Aktionstage

Jährlich um den 29. September, dem Internationalen Tag der Aufmerksamkeit für Lebensmittelverluste und Lebensmittelverschwendung finden Aktionstage bzw. seit 2020 die bundesweite Aktionswoche Deutschland rettet Lebensmittel! statt. 
Die bundesweite Aktionswoche für mehr Lebensmittelwertschätzung ist eine gemeinsame Initiative von Zu gut für die Tonne! und den Bundesländern. Sie ist Teil der Umsetzung der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Aktuelle Informationen: https://www.zugutfuerdietonne.de/unsere-aktivitaeten/aktionswoche-deutschland-rettet-lebensmittel/
Engagierte Akteure beteiligen sich unter dem Motto #deutschlandrettetlebensmittel mit verschiedenen Vor-Ort-Aktionen und digitalen Formaten an der Aktionswoche. Die Teilnehmenden setzen sich damit für mehr Lebensmittelwertschätzung ein. 

Unterziele
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Ziele
SDG 2
BMU; BMJV; BMEL
Nationales Programm für Nachhaltigen Konsum

Das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK) ist ein Schritt zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung aus der Konsumenten- und Produktperspektive. Es soll einen Beitrag dazu leisten, unsere Konsummuster und unseren Lebensstil mit den ökologischen und ökonomischen Grenzen in Einklang zu bringen. Das Programm zeigt Ziele und Handlungsbedarfe auf und erläutert bisherige Aktivitäten der Bundesregierung im Bereich des nachhaltigen Konsums. Auf der Basis des Leitbilds Nachhaltigkeit werden Leitideen für eine Politik des nachhaltigen Konsums entwickelt. Das Programm enthält 170 Maßnahmen für die übergreifenden Handlungsansätze sowie die Bedürfnisfelder, um nachhaltigen Konsum systematisch zu stärken.
Am 3. Mai 2021 wurde das NPNK weiterentwickelt. Die vom Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung beschlossenen 45 Maßnahmen und Ziele priorisieren und fokussieren das bestehende Programm der Bundesregierung für nachhaltigen Konsum von 2016. Die Maßnahmen betreffen die Bereiche Mobilität, Wohnen und Haushalt, Ernährung, Arbeit und Büro, Bekleidung sowie Freizeit und Tourismus, aber auch querschnittsorientierten Maßnahmen, wie beispielsweise zur Erschließung der Potentiale der Digitalisierung für nachhaltigen Konsum. Sie sollen dazu beitragen, u.a. den konsumbezogenen Ausstoß von Treibhausgasen pro Einwohner bis 2030 zu halbieren.

Unterziele
12.1 Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster 12.2 Natürliche Ressourcen schonen 12.3 Weniger Nahrungsmittel verschwenden 12.5 Müll vermeiden und recyclen 12.7 Nachhaltiges Beschaffungswesen 12.8  Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen 12.B Nachhaltigen Tourismus ausbauen
Ziele
SDG 16
BMEL
Beste Reste-App von Zu gut für die Tonne!

Aus übriggebliebenen Lebensmitteln leckere Restegerichte zubereiten: Dafür gibt es die Beste Reste-App von Zu gut für die Tonne! für Smartphones und Tablets. Sie enthält mittlerweile fast 750 Rezepte von Sterneköch:innen sowie prominenten Kochpat:innen wie Sarah Wiener, Johann Lafer, Daniel Brühl und vielen Hobbyköch:innen. Hier finden sich Klassiker wie Arme Ritter, aber auch neue Kreationen und pfiffige Beilagen aus wenigen Zutaten. Regelmäßig kommen neue Rezepte hinzu - die App lässt sich dazu ganz einfach aktualisieren.
Die App gibt außerdem Tipps zum Einkauf, zur richtigen Aufbewahrung und Verwertung von Lebensmitteln. Ein umfangreiches Lebensmittellexikon informiert über Lagerung und Haltbarkeit. Der Einkaufsplaner bringt Übersicht in den Supermarktbesuch und hilft dabei, Mengen richtig einzuschätzen und Zeit im Geschäft zu sparen.

Unterziele
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Ziele
SDG 2
BMEL; BLE
Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung

Innovationen sind für den gesamten landwirtschaftlichen Sektor essenziell, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Um das große Ideenpotenzial aus Wirtschaft und Wissenschaft zu nutzen und zu bündeln, wurde das Programm zur Innovationsförderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Juli 2006 veröffentlicht. Ziel ist die Unterstützung von technischen und nicht-technischen Innovationen in allen Bereichen der Land- und Ernährungswirtschaft. Im Fokus steht hierbei die Nutzung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Entwicklung international wettbewerbsfähiger Produkte, Verfahren und Dienstleistungen.

Das Programm zur Innovationsförderung stellt die anwendungsnahe und produktorientierte Forschung und Entwicklung in den Mittelpunkt und somit die Forschungskategorien „Industrielle Forschung“ und „Experimentelle Entwicklung“. Die Hauptadressaten der Innovationsförderung sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und Forschungseinrichtungen, die in der Regel im Verbund an der Realisierung von Innovationen arbeiten.

Die Förderbereiche sind vielfältig und seit Beginn des Programms zur Innovationsförderung stetig gewachsen. Neben Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus den unterschiedlichen Bereichen der Pflanzenproduktion, Agrartechnik und Nutztierhaltung runden die zentralen Schwerpunkte sichere Lebensmittel und gesunde Ernährung den heutigen Förderbereich ab.

Unterziele
12.1 Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster 12.2 Natürliche Ressourcen schonen 12.3 Weniger Nahrungsmittel verschwenden 12.5 Müll vermeiden und recyclen 12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen
Ziele
SDG 3 SDG 9 SDG 13 SDG 14 SDG 15