12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen 12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen

12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen
(25 Ergebnisse für Ihre Suche)

Das Unterziel 12.6 fordert Unternehmen, insbesondere große und transnationale Unternehmen, auf, nachhaltige Praktiken einzuführen und Nachhaltigkeitsinformationen in ihren Berichterstattungszyklus zu integrieren.

Weiterlesen

Nachhaltigkeitsberichterstattung findet gegenwärtig vor allem auf freiwilliger Basis statt. Hierfür steht eine Reihe entsprechender Instrumente zur Verfügung. Gesetzliche Regelungen existieren im Rahmen der Rechnungslegung. Auf der Grundlage der sogenannten CSR-Richtlinie der EU von 2014 wurde in Deutschland mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz 2017 eine gesetzliche Berichterstattungspflicht zu nicht finanziellen Informationen geschaffen. Insbesondere große börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigen müssen eine Nichtfinanzielle Erklärung zu Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung erstellen, wenn weitere Voraussetzungen erfüllt sind (§ 289c HGB). Betroffen sind ca. 520 Unternehmen und Organisationen. Zur Umsetzung dieser Berichtspflicht können die vorhandenen freiwilligen Rahmenwerke genutzt werden. Etablierte Berichterstattungsrahmenwerke sind u. a. die Standards der Global Reporting Initiative und der Deutsche Nachhaltigkeitskodex. Zu letzterem existiert eine Datenbank (https://www.deutscher-nachhaltigkeitskodex.de/de-DE/Home/Database).

Um nachhaltige Praktiken im Unternehmen einzuführen und darüber zu berichten, steht Unternehmen im Umweltbereich seit 1995 das Gemeinschaftssystem für das freiwillige Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung (Eco-Management and Audit Scheme, EMAS) zur Verfügung. Auch hier existiert eine Datenbank der registrierten Unternehmen und Organisationen, die sämtlich einer Pflicht zur Umweltberichterstattung unterliegen (www.emas-register.de). Die EU-Kommission hat in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten die Anforderungen an die Berichterstattung der EMAS-Verordnung Anfang 2019 überarbeitet. 

In den letzten Jahren gerät zunehmend die Verantwortung für die nachhaltige Gestaltung von Liefer- und Wertschöpfungsketten von Unternehmen in den Blick. Für deutsche Unternehmen ist dieses Thema aufgrund ihrer oftmals weltweit vernetzten Liefer- und Wertschöpfungsketten von großer Relevanz. Das Nationale CSR-Forum der Bundesregierung hat 2018 den „Berliner CSR-Konsens“ verabschiedet. Ziel dieses Grundsatzpapiers ist es, Unternehmen branchenübergreifend Orientierung zu geben, wie die unternehmerische Sorgfalt im Hinblick auf soziale, ökologische und menschenrechtliche Sorgfalt angemessen ausgeübt werden kann. Weitere Aktivitäten, insbesondere im Bereich der menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten (im Rahmen des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte) finden derzeit statt.

Das Unterziel 12.6 formuliert keine quantitativen Ziele. Auf der nationalen Berichtsplattform (NRP) wird als Indikator für 12.6 entsprechend der internationalen Indikatorik ausgewiesen: „Anzahl der Unternehmen, die Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen“. Konkret erfasst wird dabei derzeit die Anzahl von Standorten, die EMAS-registriert sind, denn diese haben eine geprüfte Umwelterklärung zu den sie betreffenden Umweltaspekten zu erstellen. Da in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel hinterlegt ist, den Anteil EMAS-registrierter Standorte von Unternehmen und Organisationen bis 2030 auf 5.000 zu erhöht (Indikator 12.2 in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie), betrifft dies in gleicher Weise die Anzahl von Umwelterklärungen. Neben den Umwelterklärungen wird aufgrund der Verfügbarkeit entsprechender Daten in der DNK-Datenbank die Anzahl von Erklärungen nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex erfasst.

Bundesregierung
CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz (CSR-RUG)

Das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten der EU haben 2014 eine Richtlinie zur Erweiterung der Berichterstattung von großen kapitalmarktorientierten Unternehmen, Kreditinstituten, Finanzdienstleistungsinstituten und Versicherungsunternehmen verabschiedet (sog. CSR-Richtlinie). Diese sind häufig international aktiv und die Investoren dieser Firmen und weitere Gruppen sind an einer umfassenden nicht-finanziellen Berichterstattung interessiert. Ziel der Richtlinie ist es insbesondere, die Transparenz von ökologischen und sozialen Aspekte in Unternehmen in der EU zu erhöhen. Erforderlich werden dabei vor allem Angaben über Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange, die Achtung der Menschenrechte und die Korruptionsbekämpfung.
Deutschland hat die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt (CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz). Das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetz ist seit dem Geschäftsjahr 2017 auf Lageberichte anwendbar.
Die Berichterstattung soll künftig zu mehr Informationen für Dritte führen, aber auch zu Anreizen für die Unternehmen, sich noch mehr als bisher mit Fragen wie sozialen und ökologischen Belangen, Menschenrechten, Korruptionsbekämpfung u.a. zu beschäftigen.

Unterziele
12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen
Ziele
SDG 8 SDG 9
BMZ; UN Global Compact Netzwerk Deutschland
Deutsches Global Compact Netzwerk (DGCN)

Der United Nations Global Compact ist die weltweit größte Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Auf der Grundlage zehn universeller Prinzipien und der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) verfolgt er die Vision einer inklusiven und nachhaltigen Weltwirtschaft zum Nutzen aller Menschen, Gemeinschaften und Märkte, heute und in Zukunft. In nationalen Netzwerken entwickeln die teilnehmenden Akteure konkrete Lösungsansätze und tragen damit zur globalen Vision des UN Global Compact bei. Im Deutschen Global Compact Netzwerk (DGCN) versammeln sich die deutschen Akteure des UN Global Compact: Derzeit sind dies rund 530 Unternehmen – von DAX-Konzernen über Mittelständler bis hin zu kleinen Spezialisten – und knapp 60 Organisationen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und dem öffentlichen Sektor. Im Netzwerk können sie sich über alle Themen der unternehmerischen Verantwortung informieren, Ideen austauschen und gemeinsam an praxisorientierten Lösungen arbeiten. Das DGCN entstand auf die Initiative deutscher Unternehmen im Jahr 2000 als eine der ersten nationalen Plattformen.

Unterziele
12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen 12.B Nachhaltigen Tourismus ausbauen
Ziele
SDG 8 SDG 9
Bundesregierung; Federführung: AA
NAP Wirtschaft & Menschenrechte

In 2016, the Federal Government adopted the National Action Plan for the Economy and Human Rights in the Federal Cabinet. In the action plan, the Federal Government anchors the responsibility of German companies for respecting human rights. Companies are expected to comply with the human rights due diligence obligation and respect human rights along their supply and value chains. With the National Action Plan, the Federal Government aims to improve the global human rights situation and to shape globalization in a socially responsible way.

Unterziele
12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen
Ziele
SDG 8
BMBF
Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft – ERA-MIN 2

Die erfolgreiche Umsetzung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft erfordert die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinaus. Daher beteiligt sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung an den Ausschreibungen des europäischen Netzwerks ERA-MIN. Dadurch wird die Zusammenarbeit deutscher Akteure mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus europäischen und außereuropäischen Ländern ermöglicht. Die Ausschreibungen adressieren Themen des gesamten Rohstoffkreislaufs (nachhaltige Versorgung mit Primärrohstoffen, kreislaufwirtschaftsgerechtes Produktdesign, ressourceneffiziente Produktion, Recycling von Produkten und Komponenten).Die erfolgreiche Umsetzung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft erfordert die Zusammenarbeit über nationale Grenzen hinaus. Daher beteiligt sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung an den Ausschreibungen des europäischen Netzwerks ERA-MIN. Dadurch wird die Zusammenarbeit deutscher Akteure mit Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus europäischen und außereuropäischen Ländern ermöglicht. Die Ausschreibungen adressieren Themen des gesamten Rohstoffkreislaufs (nachhaltige Versorgung mit Primärrohstoffen, kreislaufwirtschaftsgerechtes Produktdesign, ressourceneffiziente Produktion, Recycling von Produkten und Komponenten).

Unterziele
12.1 Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster 12.2 Natürliche Ressourcen schonen 12.4 Abfälle verantwortungsvoll entsorgen 12.5 Müll vermeiden und recyclen 12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen
Ziele
SDG 8 SDG 9 SDG 17
BMZ
Grüner Knopf

Der Grüne Knopf ist ein staatliches Siegel für nachhaltige Textilien. Seit September 2019 stellt das Siegel verbindliche Anforderungen an die Produkte und das gesamte Unternehmen. Um eine Zertifizierung zu erhalten, müssen Unternehmen hohe Anforderungen an ihre Produktions- und Arbeitsbedingungen erfüllen. 46 anspruchsvolle Sozial- und Umweltkriterien müssen hierfür eingehalten werden. Die Prüfung findet durch unabhängige Prüfstellen statt. Das Bundesentwicklungsministerium ist der Siegelgeber. Der Grüne Knopf bietet Orientierung beim Kauf von sozial und ökologisch hergestellten Textilien. Somit soll er Unternehmen, Verbraucherinnen und Verbrauchern zum Thema nachhaltige Textilproduktion und Lieferketten sensibilisieren. Die Kriterien des Grünen Knopf werden mit Hilfe eines unabhängigen Beirats kontinuierlich weiterentwickelt.

Unterziele
12.1 Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster 12.4 Abfälle verantwortungsvoll entsorgen 12.6 Verantwortungsvolle Unternehmen 12.8  Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen
Ziele
SDG 8 SDG 9 SDG 10