12.8  Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen 12.8  Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen

12.8 Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen
(33 Ergebnisse für Ihre Suche)

Das Unterziel 12.8 zielt darauf ab, dass die Menschen überall über einschlägige Informationen und das Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung und eine Lebensweise in Harmonie mit der Natur verfügen.

Weiterlesen

Ein Meilenstein in Deutschland ist der Nationale Aktionsplan zur Umsetzung des UNESCO-Weltaktionsprogramms Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), der durch die Nationale Plattform für BNE im Jahr 2017 verabschiedet wurde. Der Aktionsplan dient der strukturellen Verankerung von BNE in der Bildungslandschaft und hat zudem als wichtiges Element Eingang in das Nationale Programm für Nachhaltigen Konsum gefunden. Ein konkreter Vorstoß mit hoher Kommunikationswirkung ist unter anderem der Deutsche Nachhaltigkeitskodex für Hochschulen (HS-DNK), der von Hochschulen zusammen mit dem Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) entwickelt wird. Das Bundesumweltministerium bietet außerdem über das  Online-Portal für Lehrkräfte www.umwelt-im-unterricht.de Unterrichtsmaterialien zum nachhaltigen Konsumverhalten an.. Zudem werden im Bildungskontext zahlreiche Wettbewerbe zur Steigerung der Sensibilität für Nachhaltigkeitsthemen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen durchgeführt. Ein Beispiel hierfür ist die Challenge „Lass ma machen“ (UBA), die sich an jüngere Generationen richtet. Menschen, die sich vor der Berufs- und Studienwahl befinden, werden unter anderem über Förderprogramme wie „Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung befördern“ (BMU) adressiert.

Darüber hinaus bestehen zahlreiche Initiativen die Nachhaltigkeitsinformationen über Produktkennzeichnungen oder Umweltzeichen in der Breite verfügbar machen und sensibilisierend wirken. Beispiele sind das staatliche Umweltzeichen „Blauer Engel“ oder die Förderung der Implementierung von EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) Weiterhin engagiert sich Deutschland international unter anderem im „Consumer Information Programme“ zur Entwicklung von Leitlinien für Produktinformationen. Zudem bestehen verschiedene Multi-Akteurspartnerschaften und Netzwerke wie das Bündnis für nachhaltige Textilien zur Förderung nachhaltigen Konsums. Hinsichtlich der zahlreichen Umweltzeichen bietet im öffentlichen Sektor die Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung hilfreiche Orientierung und schafft Transparenz. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wurde zu diesem Zweck das Informationsportal „Siegelklarheit“ (BMZ) geschaffen.

Für dieses Unterziel existiert derzeit noch keine etablierte Monitoringmethodik. Jedoch stellt die existierende "UNESCO 1974 Recommendation concerning Education for International Understanding, Cooperation and Peace and Education relating to Human Rights and Fundamental Freedoms" eine Grundlage dar, die zu einem Monitoringinstrument weiter entwickelt werden kann. Vorarbeiten zur Indikatorenentwicklung in Deutschland lassen sich unter anderem in Rahmen der Umsetzungsaktivitäten der UN-Dekade BNE, dem Curriculum Framework der Kultusministerkonferenz oder dem Deutschen Ressourceneffizienzprogramm II finden. Darüber hinaus besteht eine Förderung für die Entwicklung von Indikatoren im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung seitens des BMBF.

BMEL
Zu gut für die Tonne!

Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, sechs Millionen davon allein in Privathaushalten. Wie Verbraucher:innen die Lebensmittelverschwendung reduzieren können, zeigt Zu gut für die Tonne! bereits seit 2012. Mit der in 2019 beschlossenen Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung rückt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) neben den Privathaushalten auch die Sektoren Primärproduktion, Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel sowie Außer-Haus-Verpflegung stärker in den Fokus. Ziel ist es, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung in Deutschland auf Handels- und Verbraucherebene zu halbieren und Lebensmittelabfälle entlang der Produktions- und Lieferkette zu verringern.

Unter www.zugutfuerdietonne.de finden Interessierte Fakten zur Lebensmittelverschwendung, Tipps für einen nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln sowie kreative Rezepte für beste Reste. In den #restereloaded-Tutorials gibt Zu gut für die Tonne! regelmäßig Tipps zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Auf dem Twitterkanal @zgfdt werden tagtäglich Neuigkeiten rund um das Thema Lebensmittelwertschätzung getwittert.

 

 

Unterziele
12.3 Weniger Nahrungsmittel verschwenden 12.8  Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen
Ziele
SDG 2
UBA; BLE; DLR; GIZ; KNB
Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum (KNK)

Für die Begleitung des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum (NPNK) wurde das Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum (KNK) mit Geschäftsstelle beim  Umweltbundesamt eingerichtet. Das KNK unterstützt unter Einbeziehung der Ministerien die Umsetzung des NPNK und bietet Informationen und Vernetzungsmöglichkeiten rund um das Thema nachhaltiger Konsum.

Im KNK arbeiten die folgenden Partner eng zusammen:

  • Umweltbundesamt (UBA), Geschäftsstelle
  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Projektträger des BMBF für den  FONA-Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung (SÖF)
  • Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ)
  • Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung (KNB)

Aufgaben des KNK sind unter anderem die Geschäftsführung der Programmimplementierung des NPNK, die Bereitstellung von Informationsdienstleistungen sowie die fachwissenschaftliche Begleitung. Übergreifendes Ziel ist es, das Thema nachhaltiger Konsum dauerhaft im öffentlichen Bewusstsein zu halten, einen fachlichen Austausch zwischen allen gesellschaftlichen Akteur*innen zu unterstützen sowie Synergien bei der Umsetzung des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum zu fördern.

Unterziele
12.1 Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster 12.7 Nachhaltiges Beschaffungswesen 12.8  Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen
Ziele
SDG 1 SDG 4 SDG 8 SDG 9 SDG 11
BMBF; UNESCO
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Bildung für nachhaltige Entwicklung befähigt die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln. Sie ermöglicht es jeder/m Einzelnen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen. Das Bildungskonzept beschreibt eine ganzheitliche und transformative Bildung, die die Lerninhalte, die Pädagogik und die Lernumgebung berücksichtigt. Lernende jeden Alters sollen in die Lage versetzt werden, sich selbst und die Gesellschaft, in der sie leben, nachhaltig zu gestalten.
2020 fiel der Startschuss für das neue UNESCO-Programm “Education for Sustainable Development: Towards achieving the SDGs“ – kurz „ESD for 2030“. Als ein wichtiger Treiber für die Agenda 2030 ist das Folgeprogramm der UNESCO zu BNE eng an die Agenda 2030 und ihre 17 SDGs geknüpft.

Wie das vorherige UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (WAP BNE, 2015-2019) zielt auch das neue Programm darauf ab, Bildung für nachhaltige Entwicklung langfristig im Bildungssystem zu verankern. Diese Zielsetzung und der nationale Multi-Akteurs-Prozess – unter Federführung des BMBF – werden daher auch national fortgeführt. Im Mittelpunkt steht dabei die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE.

Das neue Programm greift auch soziale und psychologische Voraussetzungen jedes Einzelnen als wichtige Bedingungen für Transformation auf und rückt diese stärker in den Mittelpunkt der BNE. Die Befähigung von Lernenden, die gesellschaftliche Transformation hin zur Nachhaltigkeit voranzutreiben, soll dabei adressiert werden. Ein wichtiges Ziel wird außerdem sein, BNE auf politischer Ebene weiter voranzubringen.
Entsprechend der Schüsselrolle von BNE für alle SDGs, leistet (Siehe SDG 4.7) BNE auch einen wichtigen Beitrag zur Erreichung von SDG 12, in dem die erforderlichen Gestaltungskompetenzen vermittelt werden.

Unterziele
12.8  Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen
Ziele
SDG 4
UBA
AskREACH

Das Projekt AskREACH sensibilisiert europaweit Bevölkerung, Handel und Industrie für sogenannte „besonders besorgniserregende Stoffe“ in Erzeugnissen. Im Projekt wird eine Smartphone-App entwickelt, mit der sich Verbraucher über solche Stoffe informieren oder Lieferanten dazu anfragen können. Die europäische Chemikalienverordnung REACH bildet hierfür den gesetzlichen Rahmen.

Unterziele
12.4 Abfälle verantwortungsvoll entsorgen 12.8  Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen
Ziele
SDG 9 SDG 14 SDG 15
BMU; Environment Ministry Indonesia; Consumers International
Consumer Information Programme for Sustainable Consumption and Production (CI-SCP)

Das Verbraucherinformationsprogramm für nachhaltigen Konsum und Produktion (Consumer Information Programme for Sustainable Consumption and Production, CI-SCP) unterstützt Projekte und führt sie selbst durch, entwickelt Strategien und stellt bestehende Initiativen vor, die es den Verbraucher*innen erleichtern sollen, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Es wird vom Bundesumweltministerium, dem Umweltministerium Indonesiens sowie von Consumers International geleitet. Das Programm wird von einem Multi-Stakeholder-Beratungsausschuss (MAC), der technische und strategische Beratung leistet, und einem Netzwerk von Partnern unterstützt. Alle Stufen der Lieferkette werden betrachtet und es gibt weltweite Kooperationen mit Produzenten, Einzelhändlern, Regierungen und Verbrauchern sowie deren repräsentativen Verbänden.
Das Programm möchte alle Interessensgruppen in der Lieferkette einbeziehen und gemeinsame Aktionen fördern. Auf der Seite von Unternehmen sollen Erkenntnisse zur Nachfrage genutzt werden, um zuverlässige Verbraucherinformationen bereitzustellen. Einzelhändler sollen sich freiwillig zur Förderung nachhaltiger Produkte verpflichten, Regierungen sollen Märkte für nachhaltige Produkte fördern und Informationsinstrumente zur Förderung des nachhaltigen Konsums nutzen.

Unterziele
12.8  Informationen bereitstellen und Bewusstsein schaffen
Ziele
SDG 9